Vor einigen Jahren hatte ich mir ein GPSDO-Modul von Leo Bodnar gekauft, um etwas genauer Frequenzen messen zu können. Jetzt hatte der Anbieter zum gleichen Preis ein verbessertes Modell auf den Markt gebracht. Ich dachte, die Daten sind besser als das jetzige, also zugreifen. Alles lief prima, bis ich den TinyGTC in meinen Fingern hatte und erst einmal alles messen musste, was nicht bei drei auf den Bäumen war. 😁
Dabei bekam ich einen mittelmäßigen Schrecken. Der alte GPSDO war messtechnisch besser als der neue. Nicht ganz sicher, ob das Teil wirklich defekt ist. Ob die technischen Daten übertrieben waren oder ich schlicht zu doof, das zu interpretieren, hatte ich meine Erkenntnisse auf eine Webseite gepackt und dem EEVBlog-Forum zum Fraß vorgeworfen.
Zuerst kamen ein paar ebenfalls Betroffene zum Vorschein. Jemand anders hatte es mit einem Hardwarehack bessern können, welcher bei mir nicht wirklich etwas bewirkte.
Aber erst, als sich der Hersteller selbst zu Wort gemeldet hatte, kam Licht ins Dunkel. Der alte GPSDO wurde mittels FLL (Frequenzgekoppelter Loop) konstant gehalten. Der neue mittels PLL, was eigentlich Standard ist. Allerdings haben beide Methoden Vor- und Nachteile. PLL produziert zwar mehr Rauschen durch das stetige Nachziehen der Phase, welches bei Frequenznachziehen von FLL weniger stark ausgeprägt ist. Dafür kann bei FLL auf längere Sicht die Frequenz aus dem Ruder laufen.
Das erklärte dann auch, wieso beide Geräte am TinyGTC unterschiedliche Mittenfrequenzen anzeigten. Welcher sollte man denn nun glauben?
Und so hatte ich vom Hersteller dann eine neue Firmwareversion für den alten GPSDO bekommen, welcher dann auch mit PLL arbeitete. Nun rauschen beide gleich stark, aber sind sich mit der Frequenz 100% einig. Somit hatte sich das Problem in Luft aufgelöst. 👍


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