04.06.2020

Wellenjagd...

Manche Menschen haben schon komische Hobbys.
Ich zum Beispiel. Seitdem ich an das elterliche Radio greifen konnte, haben mich Sender, Frequenzen und Funkbedingungen fasziniert. Angefangen hat es mit etwa 3 Jahren und einem Philips Röhrenradio. Irgendwann ist durch allerlei Gründe dieses Hobby eingeschlafen. Auch als ich die Amateurfunklizenz gemacht hatte, ist es nur kurzfristig wieder aufgelebt. Neben den persönlichen Gründen gab es auch viel technische, zum Beispiel Störungen durch allerlei neumodische Geräte, Computer, Netzteile, LED-Lampen usw. Und seit 20 Jahren verschwinden immer mehr Radiosender auf den Lang- bis Kurzwellen. Zudem die Sonne momentan im Minimum des Sonnenfleckenzyklus [1] ist, welches die Empfangsbedingungen weiter einschränkt.

Trotzdem habe ich mich vor wenigen Tagen mal wieder an die "alten Zeiten" erinnert und wollte sie nacherleben. Aufgrund der Störungsproblematik musste ich allerdings tricksen. Mein Allwellenempfänger mit der eingebauten Antenne empfängt nur fiese Geräusche. Also überlegt, wie ich es besser machen kann.

Ich habe einen Red Pitaya [2] Minicomputer, welcher zusätzlich einen FPGA [3] (frei programmierbarer Logikbereich) enthält. Quasi ein virtuelles Steckbrett für elektronische Bauteile. Eigentlich ist das Teil ein Messgerät / Analysator. Aber findige Programmierer haben damit einen frei programmierbaren Empfänger (und sogar Sender) nachgebaut. Weil dieses Gerät ab Werk nicht als Empfänger ausgelegt ist, reicht die Verstärkung nicht aus. Also zwischen Antennenkabel und Eingang einen Verstärker geschaltet. Als Antenne kommt ein etwas ungewöhlich kleines Gebilde zum Einsatz, eine sogenannte Miniwhip-Antenne [4]. Dieses ist eine Aktivantenne, welches einen extrem hochohmigen Eingang hat und das Signal an den Empfänger anpasst. Die Antenne kann man daher eher als Sonde betrachten. Die Länge der "Antenne" kann daher recht klein bleiben, da sie nicht per Resonanz empfängt, sondern direkt das elektrische Signal. Ähnlich funktionierten früher Antennen in den alten Kofferradios oder im Autoradio.

Nachteilig dabei ist, diese Antennen sind sehr störempfindlich, wenn sie nicht an eine große Massefläche als Gegengewicht angeschlossen werden. Dieses ist in meinem Fall kein Problem, da ich im Dachgeschoss wohne und der Blitzschutz vor wenigen Jahren aufgemöbelt wurde. Somit sind Fensterbrett, Regenrinne und Fallrohr perfekt geerdet. Zusätzlich habe ich den Red Pitaya, den Verstärker davor und die Einspeiseweiche für die Stromversorgung der Antenne mit Kupferklebeband zugekleistert und die Versorgungsleitung durch einen Ringkern gewickelt.

Der Red Pitaya ist mit meinem lokalen Netzwerk verbunden. Auf dem PC ist der eigentliche Empfänger installiert. Dort kann ich dann drehen, schalten und walten wie als kleines Kind am Röhrenradio. Und ich bin verblüfft, wie gut der Empfang ist. Selbst in speziellen Bereichen.

Natürlich empfängt man auch alle möglichen Störungen aus der Umgebung. Aber wenn man weiß, wie, dann empfängt man tatsächlich das Navigationssystem aus Sibirien[5] auf 11, 12 und 14 Kilohertz (!) zwischen dem Müll, welche die allseits beliebten Steckernetzteile, LED-Lampen und sonstigen Geräten von sich geben.

Der Red Pitaya empfängt von 0 bis 60 MHz alles, was in der Luft ist. Und anstatt einem magischen Auge hat man nun einen Spektrumanalyzer[6] nebst Wasserfall wo man jederzeit sieht, wo sich etwas tut. Auf diesem Bild sind die Längslinien die Frequenzen und die waagerechten Linien breitbandige Störungen durch die Atmosphäre (Gewitter)

Als nächstes wird mal das Senden in Angriff genommen. Dazu will ich mich aber noch in Digitalbetriebsarten WSPR[7] und FT8[7] einarbeiten. Weil mit diesen Betriebsarten kann man ohne große Leistung weltweite Kontakte bekommen. Es bleibt spannend.

Quellen:


20.05.2020

Billig GPS Tracker

Pollin verkauft gerade Restbestände von GPS-Trackern für knappe 3€ als Bastelware. Ok, der Anbieter ist pleite. Man kann die Dinger aber auch per SMS programmieren und verwenden. Oder wenn man mag, seinen eigenen Ortungsdienst hosten. Baue ich beizeiten an mein Fahrrad. Ist nämlich auch ein Erschütterungssensor drin. Wenn kein GPS verfügbar, gibt es stattdessen die Koordinaten zum nächsten GSM Funkmast. Mein Basteltrieb ist geweckt…

Ist zwar keine Raketentechnik…

… trotzdem bin ich ein klein wenig stolz auf den Aufbau.
Ich nutze seit 7 Jahren ein CPAP-Gerät gegen Schlafapnoe. Das Teil hat nicht nur einen SD-Kartenslot, sondern auch einen Anschluß für den PC zwecks Parametrierung und Echtzeitauslesung.

Jahrelang habe ich versucht, das Originalkabel zu bekommen. Vergeblich. Auch der Aufbau des Kabels war im Netz nicht zu finden. Jetzt, wo ich Urlaub habe, hat mich der Ehrgeiz gepackt. Gerät aufgeschraubt, Chips rund um den RJ11-Anschluß gesucht, um festzustellen, was da wohl rauskommt. Fündig wurde ich bei einem SMD-Derivat vom MAX232. Aha, also profane RS232-Schnittstelle mit eigenwilliger Buchse.

Jetzt schnell noch die Pinbelegung durchgepiept und Rx / Tx / Masse sowie 5V Versorgung gefunden. In der Wühlkiste ein 9-pol. RS232-Kabel und einen Adapter von RJ11-Stecker zu TAE-Buchse gefunden. Die jeweils unnützen Stecker abgeschnitten und die Kabel passend zusammengelötet. Damit es hält, noch Schrumpfschlauch drum. Auslesesoftware des Gerätes am PC gestartet, RS232-Adapter zu USB an das frisch gelötete Kabel angesaftet, das andere Ende in das CPAP-Gerät. Palim-Palim… Erfolg. Software hat das Gerät direkt gefunden und ich war “drin”. Fein.

Nun kam Teil zwei. Natürlich will man keinen PC am Bett haben um nachts die Schnarchdaten live aufzuzeichnen. Auch ein Notebook, welches regelmäßig die Lüftung heulen lässt, taugt da nix. Da kam meine letzte Bastelei mir in den Sinn. Aus einem Raspberry Zero W einen drahtlosen, abgesetzten USB-Anschluß zu machen. Hat beim 3D Drucker prima funktioniert. Was wohl das CPAP-Gerät dazu sagt? “Palim-Palim”… was sonst. Läuft ebenfalls.

Von dem Erfolg beeindruckt, gleich noch mein O² Sättigungsgerät für den Finger an der abgesetzten USB-Schnittstelle ausprobiert. Auch das funktioniert auf Anhieb. So langsam nimmt mein privates Schlaflabor Formen an.


Mal gerade einen USB-Printserver aufgebaut…

Da mein 3D Drucker im Nachbarzimmer nicht über das Netzwerk funktioniert, OctoPI und Dremel verstehen sich nicht, musste etwas anderes her.

Bei Amazon gab es zwar ab 30€ sowas zu kaufen. Aber in Anbetracht der finanziellen Lage aber ein gut gefülltes RasPi Lager war das keine Alternative. Ich dachte, das kann ja alles nicht so schwer sein und habe in der Open Source Gemeinde gesucht, aber nix gefunden.

Stattdessen ist mir https://virtualhere.com/ vor die Nase gekullert. In der kostenlosen Version kann man zwar nur ein Gerät ansaften und auch die optimierten Serverversionen bleiben Geizhälsen verborgen. Dafür ist es sehr ressourcensparend und simpel zu installieren. RasPi mit Minimalimage auf 4GB SD-Karte reicht. Der Treiber für Windows ist auch nur ad hoc nutzbar, aber für meine Zwecke völlig ausreichend. Kurz und gut, lief es auf Anhieb. Das ewige SD-Karten Wechselspiel hat nun ein Ende.




18.03.2020

Billiger Frequenzzähler aus China

Heute bekommen und mal schnell auf Herz und Nieren getestet. Genauigkeit ist akzeptabel. Für 80€ ist es ein Schnäppchen mit einem derart breiten Frequenzbereich.
Suche bei Amazon.
 Tests mit einem Selbstbaugenerator auf AD9850-Basis.

01.03.2020

Geolocationfilter der BBC überwinden...

Seit Jahren ziehe ich alte Serien oder Musikbeiträge von der BBC. Inzwischen funktioniert es immer weniger über VPN. Entweder es geht gar nicht oder es fließt wie beim Bullen die Milch.

Eine Möglichkeit funktioniert noch prächtig. Und zwar über die Amazon Cloud. Hier eine kurze Anleitung, wie man es macht. Linux Grundkenntnisse sind angebracht. Zudem Putty und WinSCP.
Ich habe auf Github ein Script erstellt, welches einem die Arbeit abnimmt, Snap und Get_IPlayer zu installieren.
https://github.com/katzenjens/ec2_get_iplayer