30.01.2015

AM-Minisender 100kHz bis 30MHz

Letztens hatte ich das Prinzipschaltbild von Analog Devices gepostet. Inzwischen habe ich mich selbst drangesetzt, um einen hochwertig modulierten Minisender für den AM-Rundfunk zu entwickeln. Da inzwischen diese Empfangsbereiche immer weiter zurückgefahren werden, brauchen Freunde der Röhrenradios irgendwie lokalen Ersatz.

Der Schaltungsaufbau ist recht unkritisch, kann auf einer Lochrasterkarte erfolgen. Die verwendeten Kleinsignal-MOSFETs sind Centartikel und auch der Rest sollte sich in jeder Bastelkiste finden. Ich empfehle den Aufbau auf einer Lochrasterkarte, welche klein genug geschnitten wird, damit sie Huckepack auf das AD_Wandlermodul aufgesetzt werden kann. Es werden nach dort hin nur drei Anschlüsse benötigt: +5V, Masse und der Ausgang zum Pin 12 des Wandlers. Um die Modulation bis knapp 100% zu bekommen, ist es notwendig, den Widerstand R6 auf der AD-Wandlerplatine herauszulöten.


Der Abgleich ist simpel. P2 erst auf Maximalwert einstellen um ihn dann bis auf 50% der Spannung herunterregeln. Dann ein NF-Signal anlegen und P1 so aufdrehen, daß keine Verzerrungen zu hören sind. Wer gründlich sein möchte, verwendet einen leichten Dynamikkompressor und einen Tiefpassfilter, welcher ab 4kHz scharf abschneidet. Dadurch lässt sich die Modulation besser auf die AM-Bandbreite verteilen.

Hier der Schaltplan
Pinbelegung des Transistors:

Anschluß an das Modul:
R6 raus, Anschluß der Modulationsleitung an den oberen Lötpunkt.

Und so sieht es aus, wenn ein HF-Signal mit 1kHz moduliert wird.
Bleibt die Frage, wie bekommt man das Signal möglichst drahtlos zum Radio. Für Lang- und Mittelwelle hat sich eine Drahtschleife um den Raum bewährt. Ein paar Meter Draht reichen auch. Je höher die Frequenz, um so kürzer muss die Antenne sein. Allerdings rate ich davon ab, Verstärker nachzuschalten, um keine Probleme mit Nachbarn oder dem Funkstörmessdienst zu bekommen. Der Modulator und der DDS-Oszillator ist zwar recht Nebenwellenarm, aber eine Verstärkung dieses Signals, gerade bei AM, produziert mehr Unrat als einem lieb ist. Von daher, Schwarzsender lieber den Holländern überlassen. Diese hört man abends gerne ab 1600kHz auf Mittel / Grenzwelle.

Update: Die Eingangsbeschaltung ist für den Kopfhörerausgang von Smartphones oder MP3-Playern ausgelegt. Um Standard-HIFI-Geräte anschliessen zu können, kann man das Poti P1 gegen ein 100k/log tauschen, die Widerstände R1 und R2 gegen 10kOhm und für den Fall, daß Gleichspannungsanteile vorhanden sind, in Reihe zu den jeweiligen Widerständen einen Kondensator 0,1 bis 1Mikrofarad einfügen. Danke an Ottfried Banko für den Hinweis.