05.04.2013

Elektronik-Bastelkiste sinnvoll füllen

Dieser Beitrag ist für diejenigen, welche in Sachen Elektronik etwas tiefer in die Materie, gerade in Sachen Mikrocontroller von Atmel einsteigen wollen aber zu geizig für die Arduino-Serie oder auch für die Bausätze aus dem Franzis-Verlag sind. Und natürlich für diejenigen, welche am liebsten alles selbst machen wollen.

Damit mich niemand, missversteht, die Bauteile und Module der obigen Anbieter sind nicht schlecht. Und es gibt auch eine große Nutzergemeinde gerade in Sachen Arduino. Aber nicht jeder kann und will viel Geld ausgeben. Für diese Zielgruppe setze ich mich ein. ;) Also zeige ich hier mal die Selbstbau-Billig-Version auf.


Voraussetzungen:
  • Interesse an Elektronik
  • Mittelprächtige Löterfahrung
  • Grundkenntnisse in Elektronik oder Elektrotechnik
  • Grundkenntnisse im Schaltplan lesen und verstehen
  • Minimalausstattung Werkzeug
  • Elektronik-Lötkolben mit relativ feiner Spitze, Lötzinn
  • Vielfachmessgerät
  • Google bedienen (Datenblätter finden usw.)
Man sieht, die Ausstattung ist überschaubar, man muss nicht das teuerste Werkzeug oder Lötkolben haben. Inklusive Vielfachmessgerät kann es unter 100€ bleiben, wenn man preiswert einkauft. Vermutlich ist das meiste davon bei jemanden mit Interesse und etwas Erfahrung bereits im Hause.

Zum "Spielen" und ersten Entwickeln von Mikrocontrollerschaltungen braucht man ausserdem:
  • Ein oder mehrere Steckboards
  • für die Brücken Klingeldraht, ca. 0,6mm Durchmesser
  • Silberdraht 0,6mm Durchmesser
  • verschiedenfarbige Schaltlitze
  • 1 bis 3 geschlachtete USB-Kabel zur Stromversorgung der Schaltung
  • Sortiment Leuchtdioden
  • Sortiment Widerstände
  • Keramikkondensatoren 0,1uF
  • Elkos 1uF, 10uF, 100uF
  • Taster welche auf das Steckboard passen
  • Trimmpotis 10kOhm
  • Transistoren BC547
  • Dioden 1N4148
  • LCD 2-zeilig HD44780 kompatibel
Mit obigen Sortiment lassen sich schon viele Experimente durchführen. Das teuerste sind die Steckboards und das LCD, welches ich aber auf jeden Fall in der Grundausstattung empfehle. Alle anderen Bauteile sind Cent-Artikel. Eine günstige Quelle ist z.B. Pollin Elektronik. Die Displays gibts oft auch günstig bei ebay.

Nun kommen wir zu den Mikrocontrollern. Anfänger sollten sich nicht gleich mit allen möglichen Bausteinen eindecken, es reichen für den Anfang erstmal
  1. ATTiny13 (0,60€)
  2. ATTiny85 (0,90€)
  3. ATTiny4313 (1,00€)
  4. ATMega328 (2,00€)
Preise bei Guloshop. Im übrigen kann man da auch Komplettpakete Zubehör kaufen. Auch gibt es dort ein Lehrsystem inkl. Programmieradapter für unter 20€. Ansonsten habe ich in früheren Beiträgen schon erklärt, wie man billig einen Adapter baut, um die Bausteine über USB zu programmieren.

Apropos USB:
Ich empfehle auf jeden Fall einen USB2-Hub, am besten sogar mit Schalter. So ist der PC geschützt für den Fall, wenn man doch mal Kurzschlüsse oder falsche Verbindungen verursacht. Für die ersten Versuche reicht die 5 Volt Spannungsversorgung aus dem USB-Port locker aus. Wenn man die Schaltungen mobil verwenden mag, ist ein Batteriegehäuse für 4 Mignonakkus notwendig. Zusätzlich muss man aber eine Diode (1N4007 o.ä.) in Reihe zur Stromversorgung packen weil die Spannung sonst etwas zu hoch für die Prozessoren sein kann.

Damit man nicht nur im eigenen Saft schmort und auch von Erfahrungen anderer profitieren kann, ist der Besuch folgender Foren angesagt:

http://www.roboternetz.de/community/forums/12-Atmel-AVR-Controller-und-Programmierung
http://www.mcselec.com/index2.php
http://www.elektronik-projekt.de/board.php?boardid=4
http://bascom-forum.de/forum.php
http://www.mikrocontroller.net/ (teilweise etwas ruppiger Umgangston)
Aufzählung ist nicht vollständig! Hinweise sind gerne gesehen.