19.12.2014

BASCOM oder Arduino?!

Diese Frage stellte ich mir am Anfang auch. Aber ich bin hardwareorientierter Bastler und geizig noch dazu. Und so bin ich eher zufällig, wie man an früheren Einträgen sehen kann, zu BASCOM gestoßen. Und erst vor wenigen Monaten, eigentlich auch eher durch Neugierde, mit Arduino angefangen. Mein erster UNO-Verschnitt war dann natürlich ein Selbstbau. Und da ich den USBasp Programmieradapter eh schon hatte war es auch kein Problem, den Bootloader draufzubekommen. Auch hatte ich rein zufällig auch einen FT232-USB zu Seriell-Adapter greifbar, und so konnte ich herumprogrammieren.



Und natürlich dauerte es nicht lange, da hat es mir auch Spaß gemacht. Der Vorteil ist, durch den Bootloader hat man schnell und ohne Stöpselei gleich ein Programm übertragen. Die Arduino IDE ist kostenlos und hat eine sehr große Anzahl von Nutzern, welche ihre Sketche (Programme) und Libs (Bibliotheken) frei anbieten. Auch gibt es viel Literatur zum Thema. Und weil das Ganze auf C aufsetzt, kann man später auch noch drauf aufbauen.

Trotzdem werde ich auch BASCOM weiter nutzen. Warum, werde ich in der Gegenüberstellung nochmal darlegen.

Für Neueinsteiger bleibt natürlich die Frage im Raum, was ist für mich die bessere Wahl. Um ganz ehrlich zu sein, an Arduino führt gerade für die jungen Einsteiger kaum etwas vorbei. Wenn man schon in der Schule mit C anfängt, ist es eine sinnvolle Möglichkeit, Praxiserfahrung zu sammeln. Und die fertigen Platinen (Shields) nehmen den wenig hardwareerfahrenen Bastlern einige Arbeit ab. Zum Beispiel hat ein Arduino UNO R3 bereits Spannungsregler und andere Technik auf der Platine, welche einige Fehler ausschliessen. Mein Billig-Arduino z.B. kann nur über die USB-Schnittstelle mit Spannung versorgt werden oder über eine externe stabile 5V-Versorgung wogegen die fertigen Platinen von 7-12V alles fressen aber auch über USB versorgt werden können.

Wie kann BASCOM dagegenhalten? Erstmal gibt es BASCOM schon länger as Arduino. Zum anderen ist die Programmiersprache sehr gut autodidaktisch erlernbar. Gerade für die älteren Semester wie mich von Vorteil. ;) Auch erzeugt BASCOM überraschend kompakten und schnellen Code. Dazu müsste man mit dem Arduino direkt unter C programmieren und den Compiler bestens ausnutzen. Für Hardwarebastler weiterhin interessant, der BASCOM Compiler unterstützt extrem viele Bausteine. Das Arduino System nur wenige. Die BASCOM IDE ist für Code bis 4kB kostenfrei. Eine Vollversion kostet allerdings fast 100€.

Für denjenigen, welcher wenig Zeit investieren will und hardwaretechnisch gut vorbelastet ist, empfehle ich BASCOM. Gerade für simple Steuerungsfunktionen sind sehr schnell Lösungen auch ohne große Hilfe von aussen möglich. Der BASCOM-Bastler kauft sich die Einzelteile selbst und lötet sie auf Platine zusammen. Basta. ;) Ach ja, der BASCOM-Bastler braucht im Gegensatz zum Arduino-Fan zwangsläufig ein Programmiergerät. Gibts zum Selbstbau im Guloshop für knapp 5€. Der Chinamann bietet ein Fertigteil für 3-5€ an. Wobei nach oben keine Grenzen gesetzt sind. Man kann natürlich auch einen professionellen Adapter mit Debugfunktion kaufen. Natürlich kann man übrigens auch für Bascom die Arduino Platinen und Shields verwenden. Man muss halt nur den ISP-Programmierstecker anstatt die serielle Schnittstelle nutzen. Wobei pfiffige Köpfe auch den Bootloader nutzen. Habe ich selbst aber noch nicht ausprobiert.

Wer nicht ganz so geizig ist und vielleicht softwaretechnisch auf anderer Ebene schon Vorerfahrung hat aber (noch) zwei linke Hände beim Löten hat, ran an Arduino und die Shields. Amazon und EBay bieten eine große Auswahl an. Günstig aber lange Lieferzeit aus China. Weniger günstig direkt aus Deutschland. Vorteilhaft: Riesige Auswahl an Nutzern. Nachteil, viel Kram im Netz verwirrt eher.

Ein kurzes Erklärbärvideo habe ich auch bereits gemacht. ;)