05.03.2021

Wackelmaus Emulator mit Attiny85... entweder kaufen oder selbst bauen

Auf der Arbeit ist aus Sicherheitsgründen bei vielen Arbeitgebern der Bildschirmschoner auf kurze Zeit eingestellt und kann nicht verändert werden. Und auch die Idee, extra Software zur Mausbewegung zu installieren, stößt in der IT-Abteilung zu Recht auf Ablehnung. Was stattdessen?

Nun durch die veränderte Lage sitzen nicht wenige von uns stattdessen im Homeoffice. Und da stört der Bildschirmschoner umso mehr. Hier zwei Lösungen, eine simple, aber nicht ganz billige und eine Bastellösung, welche sich bisweilen zu einer Syssiphus-Aufgabe mutieren kann. Aber... nur die Harten kommen in den Garten. Oder so ähnlich.


Für ganz Faule: Fertig kaufen für 30€

Für unerschrockene Bastler, selbst bauen.
Wer wenig löten mag, kaufe sich Digispark USB-Gnupfel auf ATTINY85 Basis
Wer sich den Stress mit fragwürdigen Modulen ersparen will, kauft hier...
In der Hoffnung, dass man Teile erwischt, welche so programmiert sind, dass man sie direkt mit der Digispark Software programmieren kann, folgendes installieren:

Wenn man jetzt mit dem USB-Gnupfel kommunizieren kann und das Blink-Programm erfolgreich hochgeladen hat, prima! Ab hier isses recht einfach. Folgendes Sketch erzeugen:

// USB-Maus Emulation
// Bildschirmschonerkiller
#include <DigiMouse.h>

void setup() {
DigiMouse.begin(); // Mausroutine initialisieren
}

void loop() {

DigiMouse.moveY(10); //10 runter
DigiMouse.delay(1000); // 1 Sekunde warten
DigiMouse.moveY(-10); //10 rauf
DigiMouse.delay(540000); // 9 Minuten warten
}

Kompilieren, Hochladen. Dabei erst den Gnupfel einstecken, wenn man dazu aufgefordert wird. Fertig. Wenn es funktioniert hat, kann man sich freuen. War bei mir natürlich nicht so. Die Clones haben meist eine murkelige Software. Die Originale wiederum sind so verfused, dass man sie nur noch mit Tricks (Hochvoltprogrammierer) umprogrammieren kann. Ich selbst habe Tage und viel Nerven verbraucht, bis es bei mir lief. Zudem oftmals unter Windows 10 der USB-Stack mit allerlei Müll verseucht ist.

Ich hatte eigentlich vor, Schritt für Schritt die Probleme aufzuführen. Das wäre dann aber ein Buch geworden. Wer keinen Bock auf Frickelarbeit haben will, der investiere 30€ für das fertige Teil (siehe oben)

Was bei mir alles so auftrat:

  • Bootloader auf den Clones war Murks.
    Stattdessen dann meinen USBasp Programmierer an das Teil angesaftet und alternativen Bootloader hochgeladen. Dabei natürlich das Teil verfused, weil ich unbedingt die Original Digispark Fuses eingestellt haben wollte. Scheisse! Nix lief mehr. Richtige Fuses = lfuse 0xF1 hfuse 0xDF extfuse 0xFE
  • Ein verfustes Digispark Board lässt sich nur mit einem HV-Programmierer wiederbeleben. Kann man sich durch einen Arduino und eine 12V Versorgung temporär zusammenfrickeln. Als wenn das nicht reichen würde, muss man dazu den einen 68 Ohm-SMD-Widerstand, welcher von Pin2 (PB3) zum USB-Stecker geht, temporär ablöten. Arrrrrrgh!!!
  • Ein vermurkstes Windows 10 USB Stack bereinigt man erstmal indem man mittels USBDeview die Leichen rausfischt, als nächstes bordeigene Reinigung vollzieht. Danach den Neustart nicht vergessen. Als wenn das noch nicht reichen würde, muss man gegebenenfalls mit Zadig beim USBasp die USB-Kennung auf libusb-win32 umstellen. Auch das hat ein hohes Angepisst-sein-Potential.
Man sieht, man muss schon hartgesotten sein, um das doch noch irgendwie zum Laufen zu bekommen. Zumal die Entwicklung der Teile inzwischen weitestgehend eingestellt wurde und viele Links im Nirvana enden oder schlicht falsche Infos enthalten. Dazu bei Fragen in diversen Foren die Fragesteller dumm angemacht werden. Immerhin funktioniert mein Bildschirmschonerkiller nun.

Als nächstes Projekt werde ich es als "Igel" mit einem TINY85 im DIL Gehäuse direkt auf einen USB-Stecker bauen. Das erspart einem wenigstens das SMD-Löten. Und es sieht auch herrlich retro aus. Bilder folgen...

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